Predigt von H. H. Pfarrer Thomas Stohldreier
Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!
60 Jahre Frauenbund Pirk! 60 Jahre!
Mit 60 als Frau kann man immer noch gut kochen und putzen. Es fällt zwar immer schwerer, die einmal eingebläuten Schönheitsideale aus der Jugend zu verwirklichen. Aber man hat vielleicht entdeckt, dass Wegfahren und Wellness- Wochenenden durchaus guttun. Wenn die Kinder kommen, geben sie nicht mehr ihre Wäschesäcke ab, sondern die Enkel. Mit Handy und Internet kommt man leidlich zurecht. Man hat meistens ein schlechtes Gefühl, wenn das Essen so richtig schmeckt. Man unterhält sich mit anderen immer mehr über Gesundheit und Alter. Aber insgesamt gehts doch eigentlich gut. Und die Zukunft hat Einiges bereit. Der Beruf ist bald abgeschlossen, er ist ab 60 nicht mehr das große Thema. Vielmehr schaut man auf die Zeit danach, auf die Rente oder Pension. Endlich weniger Pflichten, mehr freie Zeit für sich und seine Liebhabereien. Auf der anderen Seite: 60 ist ein Geburtstag, wo man spürt, wie einem die Zeit wegläuft. Vieles ist unwiderbringlich vorbei: Kindheit, Jugend, die aufregende Zeit der Familiengründung. Wir merken, dass die nachfolgende Generation in Manchem anders tickt als wir, die Enkel anders groß werden, als wir uns das vorstellen. Wir haben eine Menge Erinnerungen an schöne Zeiten. Aber was kommt jetzt? Diejenigen können am Besten den 60. feiern, die auf der einen Seite locker, dankbar und mit viel Humor auf ihr Leben zurückschauen; auf der anderen Seite sich noch auf die Zukunft freuen können, noch was vorhaben und dabei fühlen, was ihnen wirklich wichtig ist und immer schon wichtig war.
Und wenn wir heute 60. Geburtstag des Frauenbundes Pirk feiern, dann geht es uns ähnlich wie beim persönlichen 60. In den Gesprächen klingt manchmal immer wieder durch: Ja früher. Da ging jede noch im Hausfrauenalter dazu. Da waren die Veranstaltungen noch voll. Da haben ganz selbstverständlich noch alle zugelangt, das Miteinander von Jung und Alt problemlos und für beide Seiten bereichernd. Und heute? Perfekter Pfarrsaal, Impulse vom Bezirk und der Diözese, tolle Materialien und Angebote. Aber es ist schwieriger geworden. Neuaufnahmen, Vorstandschaft, Programmpunkte. Und wie viele werden zum nächsten Treffen kommen? Dauerthemen, die uns begleiten. Und das nicht nur im Frauenbund.
Liebe Frauenbund – Damen! Liebe Schwestern und Brüder! Bei allen gemischten Gefühlen für die Zukunft – Wir haben heute allen Grund, zu danken. Ich muss sagen: Es macht einfach Freude, bei Ihnen zu sein. Und was wir alle am Frauenbund schätzen, nicht nur in der Pfarrei: die Hilfsbereitschaft. Auf dem Frauenbund ist Verlass. Es finden sich immer wieder fleißige Hände, die anpacken, wenn wir eine Veranstaltung haben. Der Frauenbund ist eine riesengroße Stütze in unserer Pfarrei.
Wenn Sie als Gemeinschaft zusammenkommen, ist das zuallererst etwas Tolles und unendlich Wertvolles! Und wenn wir Gott immer wieder in unsere Gemeinschaft holen, Wert legen auf Gebet und Gottesdienst, wenn wir uns von Gott beschenken und stärken lassen, dann kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Mit Gott geht uns die Zukunft nie aus. So wünsche ich Ihnen auch weiterhin für ihre Gemeinschaft alles Gute und Gottes Segen – Amen.